Präzisionsandruckplatte für Super 8

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Verbesserung des Filmlaufs in der Super 8 - Kassette

Bestimmte Mängel der käuflichen Super-8-Kassetten von Kodak haben manchen Techniker animiert, etwas zu ändern. Alle waren sich einig, dass der Filmlauf wie in der Doppelsuperachtkamera der einzig richtige sei: Dort gibt es eine Filmschlaufe, die durch eine oder zwei Zahntrommeln gebildet wird. Der Greifer braucht nur die geringe, immer gleiche Masse dieses Filmstücks zu beschleunigen. Es leuchtet ein, daß dies eine unbedingte Voraussetzung für einen guten Bildstand ist. So konnte die berühmte Super-8-Kamera von Weinberger, die bis 250 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann, nur realisiert werden, indem man den Film aus der Kassette ein Stück herauszieht und über eine Vor-Rückwickelzahntrommel eine Filmschlaufe bilden läßt. Der Film wird durch die Zahntrommel kontinuierlich aus der Kassette gezogen und ihr wieder zugeführt. Der Greifer braucht auch hier nur das kurze Filmstück der Schlaufe zu beschleunigen. Dennoch genügt das nicht bei den höchsten Geschwindigkeiten einen guten Bildstand zu garantieren, dazu bedurfte es noch eines Justiergreifers.                      

Nun brauchen wir in der Regel keine 250 Bilder pro Sekunde, aber auch bei 24 Bildern pro Sekunde hat man oft einen miserablen Bildstand, ganz zu schweigen von der sogenannten Zeitlupe mit 50 Bildern pro Sekunde. Ich finde, es ist überhaupt ein Wunder, daß der Bildstand oft noch brauchbar ist. Unbedingt ist es notwendig, die Kassette vor dem Einlegen aufzustoßen, damit sich verklebte Wicklungen lösen. Die Kassette müßte ein Präzisionsgerät sein. So soll es eine Firma geben, die eine wieder füllbare Kassette mit besseren Laufeigenschaften entwickelt hatte. Leider gab es die nie zu kaufen. Mir wurde auch gesagt, Kodak wäre nicht bereit gewesen, diese Kassette mit neuem K40-Film wieder aufzufüllen. Wir müssen aber mit der Super-8-Kassette leben und filmen, deshalb sollten wir für jeden erfolgreichen Versuch, die Laufeigenschaften zu verbessern, froh und dankbar sein. Wenn dies gelungen ist, können Sie sicher sein, daß nicht nur eine Menge Arbeit und Überlegung auf der Basis von Fachwissen investiert wurde, sondern auch finanzielle Opfer dahinter stecken. Lästern Sie bitte nicht über Menschen, die sich in diese Dinge verbohren!

Solch ein Mensch ist Herr Klose, der tatsächlich die Laufeigenschaften der Super-8-Kassette verbessern konnte. Ich muß etwas ausholen, um zu erläutern, wodurch Herr Klose mich überzeugt hat: Ich mußte etwas vom Videobildschirm abfilmen. Leider reichte die Empfindlichkeit des K40 nicht aus, ich mußte also den empfindlicheren Ektachrome 7240 benutzen. Als dieser von der Entwicklungsanstalt zurückkam, zeigte er viele seltsame Doppelbelichtungen einzelner Aufnahmen, die durch Transportstörungen hervorgerufen worden waren. Ein Telefonat mit Andec-Filmtechnik belehrte mich, daß dieses Phänomen bei vielen Kameras in Verbindung mit dem Ektachrome 7240 aufträte, unter anderem mit meiner Kamera der Nizo 6056. Einwandfreie Aufnahmen bekäme man ihres Wissens nur mit gut justierten Kameras. Da sich auch eine Beaulieu 4008 ZM 4 in meinem Besitz befindet, habe ich sogleich einen Versuch gemacht. Daß dieser Versuch nicht erfolgreich war, lag zum einen an Belichtungsschwankungen, die durch das Nichteinhalten der Laufgeschwindigkeit von 25 B/s entstanden waren. Auf jeden Fall mußte ich die Nizo benutzen, weil sie genau auf 25 B/s einstellbar ist und dann keine Helligkeitsschwankungen zeigt. Also mußte ich die Methode von Herrn Klose anwenden. Sie besteht darin, daß eine kleine Metallplatte hinter den Film auf die aus Kunststoff bestehende Andruckplatte der Kassette gelegt wird. Das ist alles und der Film läuft ruhig durch die Kamera.

Nun sollte niemand denken, man brauchte nur einen kleinen Blechstreifen zwischen Film und kassetteneigener Andruckplatte zu legen und das Problem wäre gelöst! Wie die anderen Bilder zeigen, ist die Platte kompliziert geformt. Außerdem ist die Dicke sehr kritisch. Herr Klose mußte verschiedene Platten mit Dickenunterschieden von jeweils einem tausenstel Millimeter bauen, ehe er zufrieden sein konnte. Die dem Film zugekehrte Oberfläche mußte ganz glatt poliert und zusätzlich noch hartverchromt sein. Es ist wohl klar, daß man diese Platte nach dem Belichten des Films wieder herausnimmt. Sie bekämen sie von der Kodakentwicklung nicht zurück. Ich benutze sie bei jeder Kassette, sowohl bei normale K40-Kassetten als auch bei der 60m-Tonkassette (ich hatte noch eine im Kühlschrank). Die Ergebnisse sind hervorragend: Es gibt keine Schärfenschwankungen mehr, weil der Film nicht ausweichen kann, und vor allem ist der Bildstand besser. Falls man mit dem Ektachrome 7240 arbeiten will, kommt man ohne diese zusätzliche Andruckplatte nicht mehr aus. All der Ärger den man mit den normalen K40-Kassetten haben kann, tritt außerdem genauso bei Beaulieukameras auf. Ja es gibt sogar Ladehemmungen bei denen die Andruckplatte von Herrn Klose auch nicht mehr helfen kann. Diese Kassette sollte man zu Kodak schicken, gemeinsam mit einem bösen Brief!                      

 Karl H. Leonhardt

Dieser Artikel ist erschienen in der Zeitschrift ‘Schmalfilm’ der März/April-Ausgabe 2002.
Verlag Schiele & Schön Berlin.
 
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors
Karl H. Leonhardt

 

 

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