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Nun brauchen wir in der Regel keine 250 Bilder pro Sekunde, aber auch bei 24 Bildern pro Sekunde hat man oft
einen miserablen Bildstand, ganz zu schweigen von der sogenannten Zeitlupe mit 50 Bildern pro Sekunde. Ich finde, es ist überhaupt ein Wunder, daß der Bildstand oft noch brauchbar ist. Unbedingt ist es notwendig, die
Kassette vor dem Einlegen aufzustoßen, damit sich verklebte Wicklungen lösen. Die Kassette müßte ein Präzisionsgerät sein. So soll es eine Firma geben, die eine wieder füllbare Kassette mit besseren Laufeigenschaften
entwickelt hatte. Leider gab es die nie zu kaufen. Mir wurde auch gesagt, Kodak wäre nicht bereit gewesen, diese Kassette mit neuem K40-Film wieder aufzufüllen. Wir müssen aber mit der Super-8-Kassette leben und filmen,
deshalb sollten wir für jeden erfolgreichen Versuch, die Laufeigenschaften zu verbessern, froh und dankbar sein. Wenn dies gelungen ist, können Sie sicher sein, daß nicht nur eine Menge Arbeit und Überlegung auf der Basis
von Fachwissen investiert wurde, sondern auch finanzielle Opfer dahinter stecken. Lästern Sie bitte nicht über Menschen, die sich in diese Dinge verbohren!
Solch ein Mensch ist Herr Klose, der tatsächlich die
Laufeigenschaften der Super-8-Kassette verbessern konnte. Ich muß etwas ausholen, um zu erläutern, wodurch Herr Klose mich überzeugt hat: Ich mußte etwas vom Videobildschirm abfilmen. Leider reichte die Empfindlichkeit des
K40 nicht aus, ich mußte also den empfindlicheren Ektachrome 7240 benutzen. Als dieser von der Entwicklungsanstalt zurückkam, zeigte er viele seltsame Doppelbelichtungen einzelner Aufnahmen, die durch Transportstörungen
hervorgerufen worden waren. Ein Telefonat mit Andec-Filmtechnik belehrte mich, daß dieses Phänomen bei vielen Kameras in Verbindung mit dem Ektachrome 7240 aufträte, unter anderem mit meiner Kamera der Nizo 6056.
Einwandfreie Aufnahmen bekäme man ihres Wissens nur mit gut justierten Kameras. Da sich auch eine Beaulieu 4008 ZM 4 in meinem Besitz befindet, habe ich sogleich einen Versuch gemacht. Daß dieser Versuch nicht erfolgreich
war, lag zum einen an Belichtungsschwankungen, die durch das Nichteinhalten der Laufgeschwindigkeit von 25 B/s entstanden waren. Auf jeden Fall mußte ich die Nizo benutzen, weil sie genau auf 25 B/s einstellbar ist und dann
keine Helligkeitsschwankungen zeigt. Also mußte ich die Methode von Herrn Klose anwenden. Sie besteht darin, daß eine kleine Metallplatte hinter den Film auf die aus Kunststoff bestehende Andruckplatte der Kassette gelegt
wird. Das ist alles und der Film läuft ruhig durch die Kamera.
Nun sollte niemand denken, man brauchte nur einen kleinen Blechstreifen zwischen Film und kassetteneigener Andruckplatte zu legen und das Problem wäre
gelöst! Wie die anderen Bilder zeigen, ist die Platte kompliziert geformt. Außerdem ist die Dicke sehr kritisch. Herr Klose mußte verschiedene Platten mit Dickenunterschieden von jeweils einem tausenstel Millimeter bauen,
ehe er zufrieden sein konnte. Die dem Film zugekehrte Oberfläche mußte ganz glatt poliert und zusätzlich noch hartverchromt sein. Es ist wohl klar, daß man diese Platte nach dem Belichten des Films wieder herausnimmt. Sie
bekämen sie von der Kodakentwicklung nicht zurück. Ich benutze sie bei jeder Kassette, sowohl bei normale K40-Kassetten als auch bei der 60m-Tonkassette (ich hatte noch eine im Kühlschrank). Die Ergebnisse sind
hervorragend: Es gibt keine Schärfenschwankungen mehr, weil der Film nicht ausweichen kann, und vor allem ist der Bildstand besser. Falls man mit dem Ektachrome 7240 arbeiten will, kommt man ohne diese zusätzliche
Andruckplatte nicht mehr aus. All der Ärger den man mit den normalen K40-Kassetten haben kann, tritt außerdem genauso bei Beaulieukameras auf. Ja es gibt sogar Ladehemmungen bei denen die Andruckplatte von Herrn Klose auch
nicht mehr helfen kann. Diese Kassette sollte man zu Kodak schicken, gemeinsam mit einem bösen
Brief!
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